Fortuyn Research

Overname Antonveneta: ABNAmro versus BPI -Gianpiero Fioriania & Antonio Fazio (Centrale Bank Italie)

Onderzoek naar achtergronden van deze overname. Laatste conclusies bovenaan; achtergrondstukken achteraan!

 

 

 


 

FD 3-5-2005

ABN Amro treft in Fiorani tegenstander met een missie
VAN ONZE REDACTEUR

AMSTERDAM - De tegenstand die ABN Amro in Italië ontmoet, is voor een belangrijk deel het werk van één man: Gianpiero Fiorani. De 45-jarige bestuursvoorzitter van Banca Popolare di Lodi controleert sinds afgelopen zaterdag het bestuur van Antonveneta.

Tekenend voor Fiorani's ambities is dat hij zelf in de raad van bestuur zitting heeft genomen. Officieel is er bij Antonveneta, waar ook ABN Amro een bod op heeft uitgebracht, geen ceo benoemd. Maar de delegatie van bestuurlijke taken aan Fiorani laat er geen misverstand over bestaan wie het voor het zeggen heeft.

Fiorani, die bekendstaat als een intelligente en innemende man, begon ooit als journalist. Maar op 19-jarige leeftijd trad hij in dienst bij de bank waar hij zich gestaag naar de top werkte. Sinds 1999 is hij bestuursvoorzitter.

Zelf afkomstig uit de omgeving van Lodi, een provincieplaatsje even ten zuiden van Milaan, weet Fiorani wat er bij de klanten van de coöperatieve bank leeft. De regio moet het vooral hebben van de landbouw. Veel klanten zijn net als hij toegewijd katholiek.

Lodi is onder Fioriani aan een snelle opmars begonnen in het versnipperde Italiaanse bankenlandschap. Sinds 1998 zijn dertien kleinere banken overgenomen, waardoor de bank naar balans gemeten op een tiende plaats staat. Door een fusie met Antonveneta zou Lodi op een vijfde plek komen.

De ambities zijn duidelijk af te lezen aan het hoofdkantoor van Lodi, dat aan de rand van het oude centrum is opgetrokken. Het ontwerp van architect Renzo Piano, dat is geïnspireerd op de melkfabriek die er voor die tijd stond, lijkt het ingedutte plaatstje in de vaart der volkeren te stoten. Het is vrijwel het enige moderne complex in de wijde omgeving.

De expansiedrift heeft wel de nodige littekens nagelaten in de financiële buffers van de bank. Maar bij de toezichthouders heeft dat nooit tot problemen geleid. Fiorani weet zich gesteund door de president van de centrale bank, Antonio Fazio. De twee zijn met elkaar bevriend en delen de zienswijze dat Italië zijn eigen bankensector moet ontwikkelen voordat buitenlandse partijen worden toegelaten.

'Italiaanse banken moeten in Italiaanse handen blijven', zei Fiorani afgelopen zaterdag tijdens de algemene vergadering van aandeelhouders van de bank in Lodi. 'Het bod van ABN Amro bestaat alleen uit een prijs. Dat van ons heeft een ander DNA. We zijn overtuigd van de noodzaak een groter bedrijf te creëren dat zijn belangen combineert met die van het land.'

De droom van een sterke Italiaanse financiële sector leek begin dit jaar ruw verstoord te worden toen de Europese Commissie Fazio op het matje riep. De bankpresident, die tot nu toe open en bloot buitenlandse partijen buiten de deur hield, kan er niet langer op rekenen dat dit oogluikend wordt toegestaan.

Tegen alle verhoudingen in treedt Fiorani nu als reddende engel naar voren. Als Lodi erin slaagt het drie keer zo grote Antonveneta over te nemen, doet dat de nieuw gekozen naam eer aan : Banca Popolare Italiana.

Copyright (c) 2005 Het Financieele Dagblad


 

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Union Fur Sudtirol

 

Landtagsdebatte zu Sextner Grundstücksverkauf:
Durnwalder reagiert mit Drohungen und Beschimpfungen

Mit der Ankündigung einer Strafanzeige und Beschimpfungen gegen den Landtagsabgeordneten der UNION, Andreas Pöder, hat heute Landeshauptmann Luis Durnwalder im Rahmen der Aktuellen Fragestunde auf die Kritik und die Anfrage Pöders zum Verkauf eines landeseigenen Grundstücks an eine in Lodi angesiedelte Immobilienfirma reagiert.
Pöder hatte dem Landeshauptmann vor einigen Wochen unter anderem vorgeworfen, beim Grundstücksverkauf in Sexten „Ausverkauf der Heimat auf übelste Art und Weise“ zu betreiben. Im Rahmen einer Pressekonferenz hatte Pöder die Chronologie des Grundstücksverkaufs nachgezeichnet und personelle Verbindungen und Verstrickungen der Hauptakteure aufgezeigt. Das Grundstück sei außerdem zu billig verkauft worden.

Der Landeshauptmann verteidigte den Grundstücksverkauf und den Verkaufspreis. Die Schätzung habe den Verkaufspreis von 75 Euro je Quadratmeter ergeben, Pöder betreibe nur billige und teils ehrenrührige Polemik. Das verkaufte landeseigene Grundstück sei wertloser Grund gewesen, außerdem wisse man nicht, für wen das Grundstück letztlich bestimmt gewesen sei. Der Name des Lodi-Bank-Chefs Fioriani sei jedenfalls bei den Verkaufsverhandlungen nicht aufgetaucht.

Pöder wies in seiner Replik nochmals auf die Verstrickungen der handelnden Personen hin und äußerte seine Verwunderung, warum eine Immobilienfirma in Lodi, die bereits vor Jahren in Sexten das Hotel Irma für den Lodi-Bank-Chef gekauft hatte jetzt plötzlich ein laut Durnwalder völlig wertloses Grundstück kaufen sollte. Pöder warf Durnwalder erneut vor, Ausverkauf der Heimat zu betreiben und einen Deal mit eingefädelt zu haben, bei dem Landesgrund an Interessenten außerhalb von Südtirol verkauft zu haben.

 
 
 
SCHALTERSCHLUSS

Sparkasse: Die OperationVerkauf droht zum Debakel zu werden. Wie Stiftungspräsident
Rubner und AG-Präsident Amonn aneinander vorbei verhandelt haben. Wie die Banca
Popolare di Lodi die Bozner über den Tisch gezogen hat. Von Hans Karl Peterlini

Die beiden Häuser, in denen Südtirols größtes Bankengeschäft aller Zeiten abgewickelt wird, liegen nur eine Straße auseinander - in der Sparkassenstraße residiert die Sparkassen-AG, in der Talfergasse die Sparkassen-Stiftung. Wegen Umbaus ist die Stiftung derzeit sogar bei der AG eingenistet, in der Prestige-Filiale am Waltherplatz. Das Gespräch zwischen der Sparkasse und ihrem Besitzer, der Stiftung, lief vergangene Woche trotzdem auf Umwegen ab. In den Medien brach offen auf, was über die ff im Sommer erstmals öffentlich geworden war - die Sparkasse-AG hat schwerste Bedenken, wie die Stiftung "Südtirols wichtigstes Bankinstitut" zu verscherbeln dabei ist. AG-Präsident Ander Amonn, in der Öffentlichkeit überaus zurückhaltend, wurde mit seiner kritischen Haltung zitiert. Stiftungspräsident Hans Rubner konterte mit Aussagen, die etwa im Mattino so wiedergegeben wurden: Die Patrioten in der Sparkasse-AG würden, "im Unterschied zur liberalen Stiftung", nicht verstehen, dass der globale Markt nun einmal anders funktioniert. Es folgte ein heftiger Telefonanruf eines aufgebrachten Amonn, dass ausgerechnet er, der liberale Unternehmer, von Rubner, einem patriotischen Expolitiker, so dargestellt werde. "Amonn war schwer getroffen", heißt es ff gegenüber aus der Sparkasse-AG. Am Freitag ersuchte ff die beiden Sparkasse-Spitzen um Stellungnahme. Amonn sagte gleich ab, "ich muss im Interesse der Bank schweigen". Rubner sagte zuerst zu, dann schlug er - nach Rücksprache bei Amonn - ein gemeinsames Gespräch vor: "Sonst spielt ihr nur die Meinungsverschiedenheiten, die es gibt, wieder hoch." Schließlich fanden beide, dass es besser wäre, eine gemeinsame Pressekonferenz abzuhalten, und sagten ab. Am Ende unterblieb auch die Pressekonferenz. Am Samstag erschien in den Dolomiten - "gegen den Willen von Sparkasse-Präsident Ander Amonn", wie auffällig betont wurde - ein Brief desselben an Rubner, "aus ehrlicher Sorge um die Zukunft der Südtiroler Sparkasse." Detailliert listet Amonn darin auf, warum der von Rubners Stiftung eingefädelte Verkauf von 20 Prozent der Sparkasse-Anteile an die Banca Popolare di Lodi die Sparkasse als heimisches Bankinstitut gefährde. Jetzt reichte es Rubner: "Wir haben einen Puff ", bat er die ff doch zum Interview.

Chronik eines Debakels. Rubners Hauptargument: "Ich will nicht, ich muss verkaufen." Seit der jetzige Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi als eine seiner letzten Maßnahmen als Schatzminister die Bankstiftungen neu geregelt hat, steht fest: Die "Stiftung Südtiroler Sparkasse" muss die "Kontrolle" über ihre Bank abgeben - bis März 2003, andernfalls kommt sie unter kommissarische Verwaltung. Das war 1999. Ungefähr genauso lange verhandeln Sparkasse und Stiftung - "Knecht und Bauer", war Rubners spitzer und in der AG unverdauter Vergleich - aneinander vorbei um die Zukunft der Sparkasse. Zunächst noch mit einem gemeinsamen Überziel - dem Erhalt der Sparkasse als "Schatzkastl Südtirols" (Rubner). Unter dem Druck von Luis Durnwalder, der einerseits fast ein politisches Ziehsohn-Verhältnis zum Pusterer Hans Rubner und andererseits der Amonn´schen Unternehmerwelt eher fremd ist, wurde zunächst das Projekt einer Südtiroler Einheitsbank angegangen - die Fusion mit der Südtiroler Volksbank. Die "Bozner" Sparkasse warb auf Knien um die "Brixner" Braut, aber diese sagte am Ende Nein. Das zweite Projekt wurde - eifersüchtig beargwöhnt von der Stiftung - von der AG betrieben: die Holding mit der Tiroler Hypo. Treibende Kräfte waren Amonn und sein Intimus in der AG, Siegfried Unterberger. Der Meraner Bauingenieur, einer der wichtigsten Einflüsterer von Durnwalder, ist gemeint, wenn italienische Medien von den "Patrioten" in der Sparkasse reden. Unterberger, dem die Sparkasse seit gut 20 Jahren ein Lieblingsanliegen ist, gilt unter den deutschen Verwaltungsräten als Wortführer. Von der Stiftung dagegen, die sich umgangen fühlte (ff 3/01), kam eher Hintertreibung und Anmahnung, dass solch ein Handel auf keinen Fall an der Stiftung vorbeigehen dürfe (ff 3/01). "Letztlich war es auch unser Ziel", sagt Rubner, " menschelen tut es überall." Als der Hypo- Handel an zu früher Öffentlichkeit und dem Widerstand in Tirol scheiterte, schwang in Rubners Bedauern auch Schadenfreude mit: So plump könne man solche Operationen nicht durchziehen. Seitdem verhandelt der Bauer wieder allein - ohne Knecht. Wie die Operation Sparkasse-Verkauf in ihrem letzten Schlusskapitel von Insidern beschrieben wird, wäre sie tatsächlich ein Bauernstück. Die Verhandlungen wurden praktisch von Stiftungspräsident Rubner und seinem Vize Sandro Angelucci mit Stiftungsaufsichtsrat Rudolf Stocker im Alleingang geführt, "ein pensionierter Berufsschuldirektor und ein Wirtschaftsberater in Auer haben da Milliarden-Monopoly gespielt", sagt ein Sparkasse-Funktionär. Es ist der interne Ton am Sitz der AG. Der Verhandlungsstand ist, in seinen Grundzügen, bekannt: Der Banca Popolare di Lodi wurden in einem Vorvertrag 20 Prozent der Sparkasse-Anteile zugesichert, und zwar zu einem Preis von 350 Millionen Euro, 700 Milliarden Lire. Der Preis wäre, auf den ersten Blick, nicht schlecht: In Italien wird der Marktwert von Banken auf das Dreifache ihres Vermögens geschätzt, das entspräche bei der Sparkasse einem Gesamtwert von 1,9 Milliarden Euro (3600 Milliarden Lire). Der mit der Lodi ausgehandelte Preis entspricht genau einem Fünftel davon, die angebotenen 20 Prozent. Ein einmaliger Preis, meint Rubner, denn von der üblichen Dreifachbewertung von Banken rücke man in Italien langsam ab, "und in Europa hat es diese Dummheit nie gegeben." "Für 20 Prozent ist es ein Superpreis", bestätigt ein Bankfachmann ff gegenüber, "aber das Problem ist: So wie der Handel mit der Lodi eingefädelt wurde, bekommt sie zum Preis von 20 Prozent eigentlich 51 Prozent" - der Hauptvorwurf an der Operation Verkauf.

Nur die Hälfte in bar. Allerdings gibt es schon am Preis einen bisher verschwiegenen Schönheitsfehler: Denn so, wie die Lodi 350 Millionen Euro an die Stiftung zahlt, muss die Stiftung im Gegenzug - so ist es abgemacht - ihrerseits um 175 Millionen Euro von der Lodi Wertpapiere ankaufen. Praktisch gibt sie einen Teil des Barkapitals zurück und erhält dafür Wertpapiere. Im angebotenen Portefeuille sind laut Insidern die werthaltigsten Papiere die Aktien der Banca Popolare di Lodi selbst, da diese im Unterschied zu anderen börsennotiert sind. Aber: Der ausgehandelte Preis entspricht einem Höchststand in der Vergangenheit, 12,5 Euro pro Aktie. Derzeit liegt die Lodi-Aktie bei 8 Euro. Gegengeschäfte solcher Art liegen im Stil der Lodi - eine Strategie, um die Kriegskasse mit frischem Geld zu füllen für den Beutezug quer durch Italien. Die Bank, vor wenigen Jahren noch in etwa so groß wie die Sparkasse, liegt heute unter den Top Ten. Ein Klassiker ist der Deal um die Banca Popolare di Trento. Diese wurde von der Lodi zu einem auf den ersten Blick überhöhten Preis angekauft - das fünffache vom Vermögen. Der Dreh dabei: Die Lodi hat nur die Hälfte in bar bezahlt, für die zweite Hälfte gab sie wieder eigene Papiere ab (siehe Kasten). Nun hat die Lodi der Sparkasse, deren italienische Vertreter immer schon ins Trentino drängten, ihre Trentiner Neuerwerbung angeboten, zum selben Preis, aber: die Sparkasse hätte 100 Prozent in bar zahlen müssen. Die Lodi hätte damit indirekt ihre Wertpapiere angebracht und wieder Geld bekommen, um die Sparkasse zu kaufen. Die Lombarden sind Profis. Der große Mann der Lodi ist Giampiero Fiorani, enger Freund vom Chef der Banca d´ Italia Antonio Fazio. Die Vision ist, zuerst Italien, dann Europa mit einem Netz von Banken unter seiner Kontrolle zu überziehen. Ein Stützpunkt dabei ist Südtirol, auch personell. So war die Lodi zunächst über die von den gesamtitalienischen Sparkassen übernommene "Iccri" und ihre Anlageprodukte "Fondicri" und "Eurovita" auch mit der Südtiroler Sparkasse ins Geschäft gekommen: Als die Lodi "Iccri" aufkaufte, verkauften die Sparkasse-Berater automatisch Lodi-Produkte. Das war die erste Annäherung. In der Sparkasse fanden die "Lodigiani" vor allem im mittlerweile pensionierten Generaldirektor Erich Mayr einen Ansprechpartner. Die Zusammenarbeit gestaltete sich so gut, dass Mayr - kaum schied er endgültig aus der Sparkasse aus - in den Verwaltungsrat der Mailänder Großbank aufgenommen wurde. Der Aufstieg nach der Rente ist deshalb bemerkenswert, weil Mayr intern als Skeptiker der Hypo-Lösung galt und zuletzt nicht mehr in der Gunst von Sparkasse-Präsident Amonn stand. Dieser zog ihn - wie Hans Rubner bestätigt - sogar von den Verhandlungen mit der Lodi ab. Diese hat nun einen Verwaltungsrat mit Sparkasse-Insider-Wissen auf ihrer Seite. Ein zweites Südtiroler Standbein liegt etwas abgelegen in Sexten. Der Sohn des dortigen Bürgermeisters Willi Rainer ist einer der aufstrebenden Youngsters der Lodi, sein Chef Fiorani macht im Hotel Rainer in Sexten Urlaub, wo - so Fioriani in einem Interview - die Idee der Banca federale europea entstand. Der Rainer-Sohn ist im großen Lodi-Plan für Italiens "Nord-Est" zuständig.

Watschenmänner . Dem Mailänder Großaufgebot standen in den Verhandlungen das Duo Rubner-Stocker gegenüber. Der Aurer Wirtschaftsberater ist jetzt für die Sparkasse-AG der Watschenmann, weil er sich bei den Verhandlungen mit der Lodi nach allen Regeln der Kunst habe über den Tisch ziehen lassen. Die Hauptverantwortung wird aber Rubner angelastet: Er habe sich geweigert, sich von der AG in die Karten schauen zu lassen und sogar die gemeinsame Suche nach hochprofessionellen Beratern abgelehnt. Und der stolz von der Dresdner Bank in Mailand eingekaufte Generaldirektor der AG, der Amerikaner Timothy Brooks, hatte bei der heikelsten Sparkasse-Operation schlechthin praktisch keine Rolle. Dagegen vertraute die Stiftung einem angesehenen Mailänder Ökonomen, Roberto Ruozi, ehemaliger Rektor der Bocconi. Berater Ruozi sollte die Stiftung davor schützen, von den lombardischen Bankhechten übervorteilt zu werden. Als in der Stiftung die Vertragsentwürfe studiert wurden, fragte ein Skeptiker: "Wen hat dieser Ruozi nun eigentlich beraten?" Direkt angesprochen, bekannte Ruozi freimütig, er sei ein alter Freund der Lodi, ein "Lodigiano". Ruozi ist Präsident der Palladio Finanzi-aria, in die unlängst die Banca Popolare di Lodi als indirekter Teilhaber eingestiegen ist. Auch ist Ruozi Präsident der Factorit, einer Gesellschaft der italienischen Volksbanken - unter den mittragenden Bankinstituten befindet sich auch die Lodi. Und er hat öfter die Lodi beraten. "Dass er so eng mit der Lodi verbunden war, wussten wir nicht", bekennt Rubner, aber mit ungebrochenem Vertrauen in dessen Berufsethos. Die Skepsis gilt dem Kleingedruckten im Vorvertrag und den Nebenverträgen, den so genannten "patti parasociali". In der AG fühlt man sich umgangen. Während Rudolf Stocker etwa die Entwürfe für die Nebenabmachungen mit der Lodi schon am 16. Juli vorliegen hatte, bekam AG-Präsident Ander Amonn sie erst am 12. August auf den Tisch - wenige Tage vor Ferragosto und bevor die Stiftung zumindest offiziell das Büro aus Urlaubsgründen schloss. Für Nachfragen zu einzelnen Punkten, die Amonn - was viel sagend ist - schriftlich anforderte, musste er bis 27. August warten. Seit die Verträge intern bekannt sind, herrscht Panik: "In Zukunft schafft bei uns die Lodi." Amonn drückt es in seinem Brief an Rubner so aus: "In der Tat werden, sofern der Gesellschaftervertrag in der nun vorliegenden Form abgeschlossen wird, dem zukünftigen Minderheitenaktionär Rechte eingeräumt, die normalerweise einem Mehrheitsaktionär vorbehalten sind."

Das Vetorecht. Zwar würde die Lodi nur vier von 15 Verwaltungsräten stellen. Entscheidend ist, dass - bei mindestens zehn Punkten - ein Beschluss des Verwaltungsrates nur gültig ist, wenn die Mehrheit der anwesenden Lodi-Verwaltungsräte zustimmt. So in der Kreditpolitik, bei wichtigen Bilanzfragen oder bei der Ernennung des Generaldirektors. Für den Fall, dass sich die Mehrheit der Verwaltungsräte über das Vetorecht hinwegsetzt, wurde sogar ein Bußgeld festgesetzt. "Wir haben uns ausgeliefert", war Siegfried Unterberger intern empört. Das trifft die Stimmung: Vergangene Woche gab es ein heimliches Treffen von Kleinaktionären rund um den Durst-Unternehmer und immerhin Wirtschaftsring-Präsidenten Christof Oberrauch - in der Sorge, dass "ihre" Bank letztlich nur noch eine Filiale der Lodi ist. Durnwalder äußerte sich - von Unterberger sicher informiert, aber mit Rücksicht auf Rubner - mit zusammengepressten Lippen: Die Entwicklung sei bedenklich. Angeblich hat Rubner gedroht, alles hinzuwerfen, wenn Durnwalder ihm auch noch in den Rücken falle.

Die Gesetzesfalle. Die größte Gefahr orten Skeptiker in einem Zusammenspiel des Vertragswerkes mit dem Ciampi-Gesetz. Was passiert mit dem Vorvertrag, wenn die Abtretung der 20 Prozent für die Bankenaufsicht noch nicht genug ist? Zwar wurde die Klausel eingebaut, dass dann "neu verhandelt werden muss", Rubner glaubt aber selbst nicht, dass der Vertrag als solcher ungültig wird. Neu verhandeln, um doch noch die Genehmigung der Bankenaufsicht zu erhalten, hieße aber nur: noch mehr Kontroll-Abgabe für die Stiftung und fast zwangsläufig noch mehr Macht für die Lodi. Es schaut beinah wie eine Falle aus: Die Stiftung, die derzeit noch 68,8 Prozent der Sparkasse-Anteile hält, muss laut Ciampi-Gesetz nicht nur die Mehrheit, sondern die Kontrolle abgeben. Mit den 20 Prozent an die Lodi verliert die Stiftung zwar die Mehrheit da der Rest der Anteile aber stark gesplittert ist, würde sie mit 48,8 Prozent de facto noch die Kontrolle über die Bank ausüben. Ursprünglich hatte deshalb die Marschroute gelautet: An die Lodi wird nur verkauft, wenn es ein internes Gegengewicht gibt. 21,2 Prozent der Sparkasse gehören rund 12.000 Einzelaktionären - Südtiroler Bürgern, Sparern, die durch ihre Streuung auf die Geschäftspolitik naturgemäß keinen Einfluss haben. Damit bleibt nur noch die Bayrische Landesbank, die derzeit zehn Prozent der Anteile hält. Ziel war es, die Bayern-Bank ähnlich wie die Lodi auf 20 Prozent zu heben. Damit hätte die Stiftung weitere 10 Prozent abgegeben, wäre auf 38,8 Prozent heruntergekommen - die sichere Erfüllung des Ciampi-Dekrets. Der derzeitige Stand ist: die Verhandlungen mit den Bayern sind nicht einmal in die Wege gekommen. Das führt auch zum Vorwurf des politischen Versagens: Die Bayrische Landesbank gehört zu 100 Prozent dem Freistaat Bayern, lange war der Vorstand mit Südtirol-Freunden besetzt. Nach einem Generationswechsel in der Münchner Chefetage wurde von Südtiroler Seite offenbar versäumt, über die bayrische CSU den alten guten Draht wiederherzustellen. "Die scheren sich nicht um Südtirol", kehrten Südtiroler Emissäre enttäuscht zurück. Die Probleme der Bayern-Bank nach der Pleite des Kirch- Imperiums und danebengegangenen Ostgeschäften lassen die Südtiroler Beteiligung zu einer Nebensächlichkeit werden: "Die steigen", sagt Rubner, "aus allen nicht-strategischen Beteiligungen us, um zu Geld zu kommen."

Retten, was zu retten ist. Vergangene Woche erhielt Rubner einen Brief aus München: Die Bayrische Landesbank kündigte für den Fall, dass durch die Vormachtstellung eines anderen Aktionärs ihr eigenes Aktienpaket an Bedeutung verliert, entsprechende Schritte an - eine unverhüllte Drohung, auszusteigen, wenn sich die Lodi auf Kosten der Bayern-Bank breit macht. Zwar wurde in den Lodi-Verträgen vermerkt, dass die Bayern, wenn sie auf 20 Prozent aufstocken, dieselben Bedingungen erhalten. Wenn sie dies nicht tun, würde im neuen, erweiterten Verwaltungsrat ihre Vertretung zwar von 1 auf 2 verdoppelt. Aber es wäre angesichts der Lodi-Dominanz nur eine kosmetische Korrektur bei gleichzeitigem Bedeutungsverlust. Ein Ausstieg der Bayern wäre dramatisch - nicht nur für das Kräftegleichgewicht in der Sparkasse, sondern womöglich auch für das Ciampi-Gesetz, weil dann auch diese zehn Prozent wieder anzubringen wären. An die Lodi? Ein haariger Punkt in den Lodi-Verträgen ist, wenn diese rechtskräftig werden, nämlich ein Vorkaufsrecht der Mailänder bei künftigen Aktienverkäufen. Mit ganz wenigen Einschränkungen. Vereinfacht: Fast nur für den Fall, dass der Käufer eine Südtiroler Bank wäre und der Verkauf aufgrund künftiger Gesetze notwendig wird, hätte die Lodi kein Vorkaufsrecht. Sonst schon. Unabhängig von den Verträgen zittert man in der Sparkasse schon vor dem, was künftig im Hause los sein wird: "Das sind eiskalte Profis, mit allen Wassern gewaschen, die drücken uns an die Wand", befürchtet ein Funktionär. Eine Hauptsorge Siegfried Unterbergers etwa gilt den Immobilien. Wer die Sparkasse aussagen will, brauche nur mit dem Verkauf ihres Immobiliareigentums beginnen, argumentierte er in vertraulichen Gesprächen. Von Dorf zu Dorf sind es meistens die Häuser, in denen die Sparkasse ihre Schalter hat, mit den Büros und vermieteten Wohnungen in den freien Stockwerken. Geschätzter Verkehrswert: 500 bis 600 Milliarden alte Lire. Unterbergers Rettungsversuch ist die Sparim, eine eigens für die Immobilien-Verwaltung gegründete Sparkasse-Tochter. Die Brisanz zeigt sich darin, dass Rubner empört reagiert haben soll - mit der Lodi sei vereinbart, dass alles, was Immobilien angehe, unters Vetorecht falle. Vorerst wären die Häuser der Sparkasse nun im Besitz der Sparim. Zwar gehört die Sparim wiederum zu 100 Prozent der Sparkasse, aber der Zugriff ist erschwert. Und: Die Sparim, deren Präsident Siegfried Unterberger heißt, könnte, falls Gefahr für die Schätze droht, die Häuser auch dem Land oder dem Wohnbauinstitut verkaufen. Dann bliebe wenigstens das handfesteste Vermögen der Sparkasse in "Südtiroler Hand".


 

06h57 - 26-Jul-2005


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